Nachrichten

Ausgezeichnetes Ehrenamt

Preise für "Menschen machen es möglich" in der Stadthalle verliehen

Beim Sommerfest des Oberbürgermeisters, Ulrich Scholten wurden die diesjährigen Preisträger der Ehrenamtsaktion "Menschen machen's möglich" geehrt. Die Stadt Mülheim verleiht diese Auszeichnung gemeinsam mit der WAZ, RWW und dem CBE an die ehrenamtlich Aktiven, die im Publikums-Voting der WAZ die meisten Stimmen erhalten haben.

Oberbürgermeister Scholten, Dr. Franz-Josef Schulte (RWW-Geschäftsführer), Linda Heinrichkeit (WAZ-Redaktion) und  Michael Schüring (CBE) konnten die drei ersten Plätze und damit je 1000 Euro überreeichen an:
Henny Reinke und der Klosterbücherei Saarn, Heidemarie Haggert und Rosemarie Esser für die Wellcome-Engel sowie Britta Stalleicken für die Kurkonzerte in der Freilichtbühne.
Die weiteren fünf Nominierten erhielten einen Anerkennungspreis. Das sind in diesem Jahr: der Filmemacher Peter Blenkers, die ehrenamtlichen Sprachvermittler, die Freifunker, der Verein "Solidariät in Mülheim" und der "Verein zum Erhalt des Raffelbergs".

Wir gratulieren allen Preisträgern und Nominierten und danken unseren Kooperationspartnern für die tolle Anerkennung für ehrenamtlich Engagierte in unserer Stadt.

"Engagierte Schule" für Förderung des Ehrenamtes

Die Realschule Stadtmitte wurde als erste Mülheimer Schule mit dem Signet "Engagierte Schule - wir fördern freiwilliges Engagement in der Schule" ausgezeichnet.

Der Geschäftsführer des CBE, Michael Schüring, übergab die Auszeichnung aus Anlass des 90-jährigen Schuljubiläums an die Schulleiterin Sabine Dilbat und die Ehrenamtskoordinatorin Dominica Lünig.

Die Plakette weist darauf hin, dass die Schule regelmäßige Planungen zur Förderung des Ehrenamts mit dem CBE durchführt, Angebote für verschiedene Engagementfelder bereit hält, die Engagierten mit einer passenden Form der Anerkennung würdigt und in der Öffentlichkeit auf die Bedeutung von sozialem Engagement für die Schule hinweist.

Dominica Lünig betonte, wie unverzichtbar die Ehrenamtlichen im Schulalltag der Realschule mittlerweile sind. Auch Schulleiterin Sabine Dilbat freute sich, dass in der Schule soviel freiwilliges Engagement existiert und dies durch die Auszeichnung nun auch sichtbar werde.

(Foto: Dominica Lünig, Sabine Dilbat, Hans Erdmann (Ehrenamtlicher), Michael Schüring)

10 Jahre Heinzelwerk

Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe mit mehr als 5000 Einsätzen

Seit zehn Jahren sind die Heinzelwerker im Einsatz: Gefeiert wurde das am 4. Juli 2019 mit einer Feierstunde und anschließendem Grillfest im und am Martin-Luther-Haus. In diesem Rahmen wurde auch Initiator Erich Reichertz – stellvertretend für alle im Projekt engagierten Ehrenamtlichen – mit dem Silbernen Kronenkreuz geehrt.

Anfang Juli 2009 trafen sich fünf Männer, um eine Idee in die Tat umzusetzen: die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe. „Das Ziel war, diese Hilfe, die in vielen Dorfgemeinschaften gut funktioniert, auf eine große Stadt wie Mülheim zu übertragen“, berichtet Erich Reichertz, Initiator des Projekts. Doch nicht irgendeine Hilfe hatten die Herren im Blick, sie wollten einfache handwerkliche Arbeiten für ältere, bedürftige und eingeschränkte Menschen kostenfrei erbringen, ohne eine Konkurrenz zum Handwerk zu sein. Und so wurde das Heinzelwerk gegründet. Seitdem hat sich das ehrenamtliche Projekt zu einer festen Größe in Mülheim entwickelt – samt eingetragenem Markennamen und Nachahmern in anderen Städten. Grund genug, um auf die vergangenen (ersten) zehn Jahre des Heinzelwerks zurückzublicken.

Mit fünf Heinzelwerkern ging es los, inzwischen ist das Team auf 22 Personen angewachsen. Dies sind überwiegend Rentner und Pensionäre aller Fachrichtungen (Elektriker, IT- Fachleute, Schreiner, Sanitär-/Wasserspezialisten, etc.), die in ihrem (Un-)Ruhestand noch etwas bewegen wollen. Diese Mannschaft hat seither über 5.000 Einsätze erfolgreich erledigt und das mit hoher Motivation und Spaß an der Arbeit.

Als Zielgruppe hatten die Gründungsmitglieder vor allem Senioren im Blick.  „Heute kommen etwa zwei Drittel der Anfragen aus dem sozial bedürftigen Milieu.“ Hier sind insbesondere kreative Lösungen gefragt, da Wohnprobleme oft nur mit kostenlos überlassenen oder billigen Gegenständen gelöst werden müssen. Neben der eigentlichen Arbeit sind auch die Sozialkontakte wichtig. „Für viele Klienten ist das Heinzelwerk der letzte Rettungsanker, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, so Reichertz. „Die Dankbarkeit der Klienten ist der Lohn für die Arbeit.“

Von Anfang an unterstützen das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr und das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) das ehrenamtliche Projekt als Träger. Die Telefonzentrale der Mülheimer Diakonie (Tel. 3003 – 277) ist erste Anlaufstelle für Hilfesuchende und die Teestube der Ambulanten Gefährdetenhilfe wird regelmäßig zum Treffpunkt für die Ehrenamtlichen. „Gruppenstunde“, nennt Erich Reichertz diese Treffen. Diese sind für den Zusammenhalt und den Erfahrungsaustausch wichtig. Kreative Ideen werden diskutiert und können auf neue Problemfälle angewendet werden.

Das CBE ist Ansprechpartner für Menschen, die sich im Heinzelwerk engagieren möchten (Tel. 970 68 -13). Das IT-Büro Schrake in Mülheim entwickelte zudem eine spezielle Software, die ein einfaches Abarbeiten der Hilfsgesuche ermöglichte. Mit der Handwerkskammer ist besprochen, dass das Heinzelwerk keine Konkurrenz zum Handwerk aufbaut. Das Projekt finanziert sich aus Spenden. Diese werden eingesetzt, um Geräte und Material zu kaufen und die Fahrtkosten zu decken. Dank großzügiger Sponsoren (Ladies4Mülheim, Sparkasse, private Spender) ist die Finanzierung zur Zeit gesichert.

Auf zehn erfolgreiche Jahre blicken die Heinzelwerker zurück und würden gerne (mindestens) zehn weitere folgen lassen. Allerdings berichtet Erich Reichertz: „Der Altersdurchschnitt der Heinzelwerker liegt bei etwa 70 Jahren. Um das Projekt erfolgreich weiterführen zu können, suchen wir dringend jüngere Mitstreiter.“

Gefeiert wurde das Jubiläum am 04. Juli. Für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement wurde Initiator Erich Reichertz mit dem Silbernen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet. Superintendent Gerald Hillebrand überreichte ihm die Ehrung stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die sich im Projekt einbringen.

Neuer Bücherschrank im Museumspark

„Lesen stärkt die Seele“, das wusste schon Voltaire.  Bücher wirft man nicht einfach weg – stattdessen
sollten sie geteilt werden. Diese Möglichkeit haben alle Mülheimerinnen und Mülheimer jetzt auch mit
dem innogy Bücherschrank im kleinen Park zwischen Kunstmuseum und Bürgeramt in der Stadtmitte. Das
System ist denkbar einfach: Jemand stellt seine bereits gelesenen Bücher in den Schrank, andere nehmen
sie sich dafür heraus.
Zur Einweihung am sonnigen Freitag kamen nicht nur die frischgebackene Bücherschrankpatin Claudia
vom Felde, sondern auch die 3a der Grundschule an der Zunftmeisterstraße. Die Kinder haben den
bereits gefüllten Schrank genau unter die Lupe genommen, das Kinderfach inspiziert und für gut
befunden.

Die Mini-Bibliothek ist natürlich rund um die Uhr geöffnet, besteht aus wetterfestem Cortenstahl und fügt
sich mit seiner schlanken Form leicht in den öffentlichen Raum ein. Die Türen schließen selbsttätig, so
dass die Bände immer vor Regen geschützt sind. Insgesamt haben rund 250 Bücher hier Platz. Davon
machte sich auch Bezirksbürgermeister Arnold Fessen ein Bild und urteilt: „Wirkt stabil und sieht super
aus. Ich hoffe, dass jetzt ordentlich getauscht und geschmökert wird. Was gibt es besseres, als ein gutes
Buch?!“