Heinzelwerker sind erfolgreich und suchen Mitstreiter

Foto: PR-Fotografie Köhring

Der Erfolg bringt Heinzelwerker an ihre Grenzen

Das Heinzelwerk ist eine Erfolgsgeschichte: Seitdem dieser Zusammenschluss von handwerklich begabten Ehrenamtlichen im Jahr 2009 mit seiner Arbeit begann und für Senioren, eingeschränkte und bedürftige Menschen kleinere Reparaturen im Haushalt übernahm, stieg die Nachfrage stetig. Auch im vergangenen Jahr 2017 verzeichneten die Heinzelwerker abermals ein Plus – um satte 9,2 Prozent auf 508 Anfragen, wie aus dem nun veröffentlichten Jahresbericht der Initiative hervorgeht. Allerdings hat dieser große Zuspruch auch seine Kehrseite, bringt er die Ehrenamtlichen doch an die Grenzen dessen, was sie leisten können. Daher suchen sie dringend Verstärkung.

„Die Anfragen werden zunehmend mehr und zunehmend schwieriger“, fasst es Erich Reichertz zusammen. Er hatte die Idee für das Heinzelwerk und initiierte das ehrenamtliche Projekt, das vom Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) und vom Diakonischen Werk im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr unterstützt wird. Ursprüngliche Zielgruppe waren vor allem Senioren:  Älteren Menschen, die handwerkliche Arbeiten nicht mehr alleine bewältigen können, wollte Erich Reichertz helfen, wollte für sie Lampen oder Regale aufhängen, den tropfenden Wasserhahn reparieren oder Glühbirnen wechseln. Das hat sich jedoch mit den Jahren mehr und mehr gewandelt. „Der Schwerpunkt verschiebt sich zunehmend in den sozial bedürftigen Bereich. Deutlich mehr als zwei Drittel der Anfragen kamen von Bedürftigen“, berichtet Erich Reichertz.

Vor allem Leistungsempfänger, betreute sowie anerkannte geflüchtete Menschen wenden sich an das Heinzelwerk. Daher stehen die Heinzelwerker nun auch „in engem Kontakt zum Sozialamt“, wie Erich Reichertz sagt: „Wir sind meistens für die Leute die letzte Station, nachdem sie von vielen anderen abgelehnt wurden. Wir sind dann wir in einer Situation, in der wir die Leute nicht hängen lassen wollen.“ Und dann übernehmen sie in Einzelfällen umfangreichere Arbeiten, die sie eigentlich nicht machen wollen: Zusammenbau von großen Möbelstücken, Einbau von gebrauchten Küchenelementen und so weiter.

508 Anfragen erreichten das Heinzelwerk in 2017; 476 wurden zur Zufriedenheit der Klienten erledigt. Die restlichen 32 wurden storniert – in der Regel heißt das, dass an Handwerker verwiesen wurde. 21 Ehrenamtliche – 20 Herren und eine Dame – engagieren sich im Heinzelwerk; jedoch sucht das Team dringend Verstärkung und möchte vor allem Jüngere für den Einsatz gewinnen. „Wir sind alle schon älter und brauchen dringend junge Leute, die das Heinzelwerk weiterführen“, sagt Erich Reichertz. (Text: Julia Blättgen)

Das Heinzelwerk - Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe


Ein Stuhl ist aus dem Leim gegangen, die Dichtung im Wasserhahn ist marode und die Glühbirne durchgebrannt. Das Regal wackelt, die Türe klemmt und das Bild muss an die Wand.
Kleinere Alltagsarbeiten, die viele im Nu erledigt haben, die jedoch besonders ältere Menschen vor große Probleme stellen – besonders, wenn das Geld fehlt, um sich Hilfe zu holen. Das Geld spielt auch für viele, die wirtschaftlich in Not geraten sind, eine große Rolle, so dass manche Menschen selbst solche einfachen Arbeiten nicht bezahlen können. Diesen beiden Gruppen möchte das Heinzelwerk helfen. Das Team erledigt diese Arbeiten ehrenamtlich. Und sind sie selbst mit ihrem Latein am Ende, beraten und unterstützen sie beim Gespräch mit professionellen Handwerkern.

Denn das Heinzelwerk, das von Erich Reichertz initiiert wurde, will den lokalen Betrieben keine Konkurrenz machen. Die Ehrenamtlichen sehen ihren Einsatz als „Nachbarschaftshilfe“, bieten neben ihrem handwerklichen Können vor allem auch ein offenes Ohr und Zeit für einen Plausch. Große Projekte, wie beispielsweise Malerarbeiten, das Verlegen von Laminat oder Arbeiten an fest installierten Gas-, Wasser- oder Elektroleitungen, werden hingegen nicht übernommen.

Das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr und das CBE bilden gemeinsam die Dachorganisation für das Heinzelwerk. Beide kooperieren eng und unterstützten das Projekt auf verschiedene Weise: Während das CBE Ansprechpartner für die Helfer/-innen ist, ist das Diakonische Werk Ansprechpartner für Senioren, die handwerkliche Hilfe suchen. Dort werden unter der Telefonnummer 0208/3003277 die Aufträge angenommen und an Erich Reichertz und sein Team weitergegeben.

Das Heinzelwerk im Internet:
www.heinzelwerk-mh.de

Flyer Heinzelwerk (PDF)

Ansprechpartnerin:
Eva Winkler
Tel.: 0208/97068-13
Fax.: 0208/97068-19
E-Mail: eva.winkler(at)cbe-mh(dot)de


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