Die Generationenwerkstatt
Was ist die Generationenwerkstatt?
Die Generationenwerkstatt arbeitet an allen Orten mit verschiedensten Materialien. Jugendliche sollen Gelegenheit erhalten, alte handwerkliche und hauswirtschaftliche Fähigkeiten zu erlernen, die die älteren Generationen noch besitzen.
Warum eine Generationenwerkstatt?
Die Lebensumstände haben sich in den letzten 50 Jahren stark gewandelt. So lässt der hohe Lebensstandard viele Kenntnisse „überflüssig“ werden. Billige, maschinell hergestellte Textilien verdrängten das Nähen, Stopfen und Schneidern. Supermärkte, die das ganze Jahr dieselben Gemüsesorten anbieten, erübrigen die Vorratshaltung oder den eigenen Anbau. Große Möbelhausketten bieten den ganzen Hausrat zum Spartarif, so dass allein die Materialkosten für selbstgebaute Möbel meist höher liegen.
Zudem lebten früher häufig drei Generationen unter einem Dach und auch die Kontakte zur Nachbarschaft waren wesentlich ausgeprägter. Die Mithilfe der Kinder im Haushalt, der weitaus vielfältigere Tätigkeiten als heute beinhaltete, war üblich und handwerkliche Aufgaben wurden selbst erledigt. Das „Schrauben“ auf der Straße war im Alltag präsent. Dabei haben Kinder und Jugendliche durch Mitarbeit automatisch praktische Fertigkeiten erlernt. Das ist heute kaum mehr möglich!
Gerade die bis in die Nachkriegsjahre Geborenen besitzen viele Kenntnisse, die auch heute noch im Alltag angewendet, aber nicht weitergeben werden.
Wie funktioniert die Generationenwerkstatt?
Jüngere und Ältere überlegen, was sie gemeinsam als Generationenteam freiwillig erarbeiten möchten. Diese Projekte können unterschiedlichster Art sein. Eines könnte das Einkochen von Marmelade sein, oder ein Kleidungsstück zu schneidern, das kein anderer hat. Auch eine Holztheke zu bauen oder das Aufarbeiten eines alten Möbelstücks können Projekte sein.
Ob die Reparatur feinmechanischer Geräte, das Kochen traditioneller Rezepte oder der Gartenbau - die Möglichkeiten sind praktisch unendlich – sie sind nur von dem Willen der Jugendlichen und den Fähigkeiten der Älteren abhängig.
Daher können die Projekte von unterschiedlich langer Dauer sein. Sie richtet sich nach den erforderlichen Arbeitsschritten, die zur Erreichung des Projektziels notwendig sind.
Die Generationenwerkstatt führt die passenden Teams zusammen und begleitet sie bei den Projekten. Die Leitung organisiert die Werkräume, das Material und veranstaltet Fortbildungen und gemeinsame „Werkstatttreffen“. Die ehrenamtlichen Leistungen sollen gemeinnützig erbracht werden. Vorrangig sind Einrichtungen für Jugendliche.
Für wen ist die Generationenwerkstatt?
Für die Älteren: Alle Frauen und Männer, die über althergebrachte handwerkliche oder hauswirtschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, die sich ihre Begeisterung an den Dingen erhalten haben und gerne mit Jugendlichen zusammen arbeiten.
Für die Jüngeren: Alle von 14 bis 21 Jahren, die neugierig sind, gerne im Team arbeiten und Ideen haben, was sie machen und lernen wollen.
Was bringt die Generationenwerkstatt?
Den Jüngeren: Jugendliche können nützliche handwerkliche und hauswirtschaftliche Fertigkeiten erlernen. Dieses „alte Geheimwissen“ wird durch die gemeinsame Arbeit weitergegeben. Das selbst geschaffene Ergebnis ist sofort sichtbar.
Den Älteren: Es wir immer wieder betont, dass wir in einer „Wissensgesellschaft“ leben. Wieso nehmen wir sehenden Auges in Kauf, die Kenntnisse und Fertigkeiten der Älteren zu verlieren? Denn Ältere sind kein Altes Eisen, das langsam rostet. Ihr Wissen ist das Graue Gold einer Gesellschaft.
Ansprechpartner:
Christian Giardina
Tel.: 0208/97068-16
Fax: 0208/97068-19
E-Mail: christian.giardina(at)cbe-mh(dot)de
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