Kunst und Kochen

So schmecken rote und grüne Farben

Die Generationenwerkstatt Innenstadt lud an zwei Dienstagnachmittagen zur Kunst-Werkstatt in das Kunstmuseum Mülheim sowie in die „dezentrale“ ein. Unter dem Motto „Kunst & Kochen“ fand das erste Treffen im Kunstmuseum Mülheim statt. Hier erlebten zehn Jugendliche und ältere Menschen eine Einführung in die bunte Welt der Farben sowie einen Farbmisch-Workshop. Beim zweiten Treffen in der „dezentrale“, wurden aus Lebensmittel Kunstwerke nachgestellt und nach Farben gekocht. 

Museumspädagogin Barbara Thönnes gab zunächst eine kurze Einführung in die Farblehre und leitete über zu Kunstwerken des Expressionismus, in denen oftmals die Farben rot und grün dominieren. Es bildeten sich zwei Generationen-Teams die sich jeweils den teils rot-grünen Bildern „ Kühe unter Bäumen“ von Franz Marc sowie „Weidende Pferde“ Erich Heckel widmeten. Von Frau Thönnes erhielten sie die Aufgabe die Kunstwerke mit Tülltüchern und Mosaiksteinchen nachzulegen. So erhielten die Teams ein Gefühl für die Farbgebung der Bilder. Hiernach ging es in Werkstatt, um mit selbst gemischten Farben zu malen. In wenigen Schritten wurde aus Ei, Leinöl, Wasser und Farbpulver Eitempera, eine eigens kreierte Farbe.

Mit rot und grün ging es beim zweiten Treffen in der „dezentrale“ weiter. Grüne Nudeln, Salat sowie rote und grüne Obst- und Gemüsesorten verwandelte sich zur „Eat-Art“: aus den Lebensmitteln wurde auf Backpapier „Kühe unter Bäumen“ nachempfunden. Es folgte das gemeinsame Essen, das alle Beteiligten richtig aufregend fanden. Denn in dem ehemaligen Ladenlokal saßen die Generationen-Teams beim Essen sehr nah am Schaufenster und konnten somit neugierige Blicke von vorbeilaufenden Passanten auf sich ziehen. So wurden sie selbst zur Kunst-(Performance). 

Werkstatt-Café in der „dezentrale“

 Eingeladen waren Jugendliche und Ältere die Lust haben Generationen-Teams zu bilden. Unter dem Motto „Kunst & Gesichter“ fand das letzte Treffen, vor der Sommerpause, zunächst in der „dezentrale“, auf der Leineweberstr statt. Nach der Einführung geht es in das Kunstmuseum, indem Portraits der aktuellen Ausstellung vorgestellt werden. Im Anschluss haben Alt und Jung die Möglichkeit Scheibenportraits von sich zu malen. 

Beim ersten Treffen besuchte die Zeitzeugin Frau Goller, mit ihrem Koffer der Erinnerung, das Werkstatt-Café. Sie ist 1938 geboren und berichtete von ihrer Kinderlandverschickung nach Norddeutschland sowie Jugend im Ruhrgebiet. Am vergangenen Donnerstag wurden „Ommas alte Tassen“ handwerklich aufgepeppt. Hieraus entstanden Etageren. Nach dem Handwerk formten alle gemeinsam, aus viel Schokolade und Nougat, Pralinen. Kreativ ging es beim nächsten Treffen mit dem Papierschmuck-Workshop weiter. Papierstreifen durchliefen eine Metamorphose und endeten als sehenswerte Kette am Hals. Beim vierten Treffen gab eine Schneidermeisterin Fortgeschrittenen Tipps zum Nähen und wies Anfänger*innen in die Kunst des Schneiderhandwerks ein.  

Die Besucher*innen brachten selber Stoff und viele Ideen mit. So schnitt eine Jugendliche ein Motiv aus einem alten T-Shirt aus und nähte dieses auf eine Jacke. Eine andere Besucherin wandelte ihre alten Socken in Kinder-und Babysocken um. Zudem wurden viele Kissenbezüge und Stofftaschen genäht. Ab Anfang August befindet sich die Generationenwerkstatt Innenstadt in der Sommerpause. Weitere Termine, wie eine monatliche Näh-Werkstatt, werden bekanntgeben.

Generationenwerkstatt Innenstadt

Austausch | Gemeinschaft | Voneinander lernen

Eine Brücke zwischen den Generationen

Hier wird die Kreativität, Neugier und der Gestaltungswillen von Jugendlichen mit dem handwerklichen und hauswirtschaftlichen Wissen Älterer zusammengeführt. In kleinen Generationen-Teams werden die Ideen der Jugendlichen unter Anleitung der Älteren umgesetzt. Die gemeinschaftlichen Aktivitäten können eine Brücke zwischen den Generationen bauen. So werden Räume geschaffen, in denen sich die Menschen unterschiedlichen Alters begegnen.  

Nachbarn begegnen sich an einem Ort- die „dezentrale“

Mitten in der Innenstadt bietet die „dezentrale“ einen Raum, an dem sich Ältere und Jüngere begegnen, sich austauschen und voneinander lernen. Hier finden Angebote und Projekte, künstlerische oder handwerkliche Workshops, informative Vorträge und verschiedene Kurse statt. Die „dezentrale“ lebt von individuellen Ideen und Wünschen, alle können sich einbringen, sowie gemeinsam nachbarschaftliche Netzwerke aufbauen und aktiv am Gestaltungsprozess teilnehmen.

Die "dezentrale" gehört zum Bildungsnetzwerk Innenstadt

Teamarbeit der Generationen

Ein oder zwei Ältere und Jugendliche setzen sich zusammen und planen - als Generationen-Team - ihre eigene „Werkstatt“.

Ein Ziel könnte das Einkochen von Früchten oder die Zubereitung eines traditionellen Rezeptes sein. Auch der Bau oder die Aufarbeitung eines Möbelstücks können Vorhaben sein - die Möglichkeiten sind unerschöpflich. Wichtig ist aber stets das selbst geschaffene Ergebnis und der Weg dorthin! 

Wir bringen die Generationen-Teams zusammen, suchen nach Räumen, organisieren Werkzeuge sowie  Material, zudem bieten wir Fortbildungen an und veranstalten regelmäßige „Werkstatt-Treffen“.

Früher war nicht als besser- es war anders

Früher wurden viele handwerkliche und hauswirtschaftliche Kenntnisse innerhalb der Familie, die oft in Mehrgenerationenhaushalten zusammenlebten, weitergegeben. Gerade die ältere Generation hat diese Zeiten erlebt und wendet noch heute viele dieser vielseitigen Fähigkeiten an. Doch schrumpfen durch die veränderten Lebensgewohnheiten zunehmend die Räume, in denen sich Menschen verschiedener Generationen begegnen und voneinander lernen können. 

Bei der ersten Begegnung lernen sich Ältere und Jugendliche mit Spiel, Musik und ganz viel Spaß kennen- hier entdecken sie gemeinsame Interessen. In weiteren Treffen entstehen konkrete Ideen, die in der Generationenwerkstatt umgesetzt werden.

Traditionelles Wissen weitergeben

Mitmachen können alle Frauen und Männer, die über althergebrachte handwerkliche oder hauswirtschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, die sich ihre Begeisterung an den Dingen erhalten haben und gerne mit Jugendlichen zusammen arbeiten. Gemeinsam können alte Geschichten und insbesondere Orte im Stadtteil entdeckt werden.

  

„Flower-Power“ beim 2. Mitmach-Markt

Mit ganz viel „Flower-Power“ bot die Generationenwerkstatt Innenstadt einen Blumenbinde-Workshop in der „dezentrale“ an. Über dreißig junge Erwachsene erhielten am 09.04.2016 einen Einblick in das Handwerk der Floristik. Bei den beiden Mitarbeiterinnen Frau Polizzi und Frau Kandora, der AUS DEM SIEPEN FLORISTIK, wurden aus einer Vielzahl an bunten Blumen Sträuße gebunden sowie Kräutertöpfe dekorativ gestaltet.  

Seit August 2015 treffen die Fertigkeiten, das Wissen und die Erfahrung älterer Menschen auf die Kreativität, Neugier und den Gestaltungswillen von Jugendlichen. In kleinen Generationen-Teams werden hier Ideen geboren und von Alt und Jung gemeinsam in die Tat umgesetzt. Das gemeinsame Tun baut eine Brücke zwischen den Menschen und schafft Räume, in denen sich die Generationen begegnen. Ältere und Jüngere lernen sich hier kennen und schätzen. Und stärken so den Zusammenhalt in unserer Stadtgemeinschaft. 

Frau Polizzi und Frau Kandora dekorierten mit viel Liebe zum Detail den Workshop-Stand und füllten die „dezentrale“ mit lieblichen Blumenduft. Neben unterschiedlichen Blumen, konnten die Jugendlichen auch aus einer Sammlung von Dekofilz, Schleifen, Blumenstecker und Bändern auswählen. Hieraus wurden in wenigen Schritten üppige Sträuße gefertigt. Neben dem Blumenbinden erzählten die zwei Floristinnen von ihrer Arbeit, gaben Gartenpflegetipps und führten selbst ihr Floristikkönnen vor. Der Workshop zog ein breites Publikum an. So hatten Menschen aller Generationen und aus unterschiedlichen Kulturen ein reges Interesse für die Blumenbinderei.  

Die AUS DEM SIEPEN FLORISTIK stellte für den Aktionstag kostenfrei alle Materialien zu Verfügung.

Generationenwerkstatt Innenstadt bei Eröffnung der „dezentrale“ mit dabei

Hier bot die Generationenwerkstatt Innenstadt einen „Do it yourself“-Workshop in der dezentrale an. Über dreißig junge Erwachsene erhielten am 12.03.2016 im Näh-Workshop einen Einblick in das Handwerk der Schneiderei. Bei der Schneidermeisterin Frau Kasper wurden aus bunten Stoffen Kissenbezüge, Taschen und Kosmetiktäschchen genäht.

In der sehr gut besuchten „dezentrale“ ließen sich die jungen Erwachsenen den Umgang mit der Nähmaschine, das Zurechtschneiden des Stoffes sowie weitere Nähkniffe erklären. Viele, die keinen Platz mehr am Nähtisch bekamen, holten sich Nähtipps bei der Schneidermeisterin ab.  Zwischendurch erzählte die 77-jährige Frau Kasper aus ihrem aufregenden Leben, schließlich schneidert sie schon seit Jahren für ein Theater. Hier hat sie schon so einige ausgefallene Kostüme genäht. Eine junge Frau hatte zuvor ihr selbstgemaltes Graffiti auf Stoff drucken lassen und dieses - mit Hilfe von Frau Kasper - auf ihre Weste genäht. Die kreativen Funken sprühten, als die beiden Frauen aufeinander trafen. Sie verabredeten sich, um weitere Zeichnungen auf Kleidung zu nähen. Nur ein Beispiel von vielen, wie das Zusammenspiel von Alt und Jung für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung werden kann.

Auftaktveranstaltung Generationenwerkstatt Innenstadt

Austausch|Gemeinschaft|Voneinander lernen

Unter dem Motto „Austausch, Gemeinschaft, Voneinander lernen“ fand die Auftaktveranstaltung der Generationenwerkstatt Innenstadt statt. Schüler*innen der Realschule Stadtmitte trafen  am 27.10.2015 auf ältere Menschen ab 50 Jahren, um in drei verschiedenen „Blitz-Workshops“ traditionelles Handwerk und alte Spiele zu erleben. Nach dem Unterricht hatten 15 Schüler*innen die Gelegenheit genutzt, das erste Kennenlernen mit den Älteren bei viel Spaß, Spiel und Kreativität wahrzunehmen. In der Aula sowie auf dem Schulhof der Realschule Stadtmitte erhielten die Schüler*innen seitens der älteren Generation einen kurzen Einblick in handwerkliche und traditionelle Kenntnisse.

Früher wurden viele handwerkliche und hauswirtschaftliche Fähigkeiten von Generation zu Generation weitergegeben, da die Familien oft in Mehrgenerationenhaushalten zusammenlebten. Gerade die ältere Generation hat diese Zeiten erlebt und wendet noch heute viele dieser vielseitigen Fähigkeiten an. Doch schrumpfen durch die veränderten Lebensgewohnheiten zunehmend die Räume, in denen sich Menschen verschiedener Generationen begegnen und voneinander lernen können.  

Bei dem ersten Aufeinandertreffen lernten sich Ältere und Jugendliche kennen und entdeckten  gemeinsame Interessen. So machten die Schüler*innen beim „Do-it-yourself-Workshop“ von Frau Kasper die ersten Schritte in der Kunst des Schneiderns. Bei Herrn Behmenburg und Frau Rustemeyer wurden alte Schulhofspiele wie Seilchenspringen gespielt und Frau Müller zeigte anschließend den Jugendlichen Entspannungsübungen. Bei zukünftigen Mehrgenerationen-Treffen werden weitere konkrete Ideen entstehen, die in der Generationenwerkstatt umgesetzt werden sollen.

Das Projekt Generationenwerkstatt Innenstadt ist Teil des Austauschhafens Innenstadt und wird gefördert aus Mitteln der:

Landesinitiative "NRW hält zusammen…für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“


Ihre / deine      Ansprechpartnerin:

Carina Brühl

(0208) 970 68 23

carina.bruehl@cbe-mh.de

Sei dabei!

Für weitere Generationen-Teams werden ältere Menschen gesucht, die über traditionell-handwerkliche oder hauswirtschaftliche Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen und Spaß daran haben diese an Jugendliche weiterzugeben. Melden Sie sich!

Projektflyer

Flyer "dezentrale"